Aufsätze

Der Hausarzt: Disease- oder Ressourcenmanager - zur salutogenetisch orientierten Gesprächsführung

Zusammenfassung

Ist das Problem der chronischen Erkrankungen zu lösen, indem wir die Krankheiten managen? Genesen mehr und erkranken weniger Menschen an Diabetes durch Disease-Management-Programme?

Wir können neue Ressourcen für gesunde Entwicklung erschließen, die sowohl in der Selbstregulationsfähigkeit der Menschen selbst liegen als auch sozial und kulturell verfügbar sind. Dabei kann das ärztliche Gespräch eine Schlüsselrolle einnehmen.
ÄrztInnen könnten sich im gesundheitsförderlichen Ressourcemanagement weiterbilden und so mit höherer Kompetenz chronisch Erkrankten sowie risikobeladenen Menschen eine gesunde Entwicklung ermöglichen.

 

Einleitung

„Eigentlich ist der Hausarzt ein Ressourcenmanager!“ bilanzierte ein Patientenvertreter auf dem Abschlussworkshop eines Forschungsmodellprojekts zweier Qualitätszirkel für gesundheitsfördernde Praxen – durchgeführt von den Unis Göttingen und Witten-Herdecke ...

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Ärztliche Gesprächsführung - salutogene Kommunikation

Zusammenfassung: Die ärztliche Gesprächsführung gewinnt immer mehr an Interesse von vielen Seiten: Nicht nur PatientInnen und ÄrztInnen sondern insbesondere auch die Verantwortlichen für Allgemeinmedizin, Universitätsinstitute und der AOK-Bundesverband haben erkannt, dass in der ärztlichen Gesprächsführung möglicherweise eine wichtige Ressource für die Prävention und Behandlung chronisch Erkrankter liegt.

Das schulmedizinische Paradigma der Pathogenese bestimmt sehr weitgehend die Arzt-Patient-Kommunikation - und immer mehr durch die DMPs. Dabei gehen immer mehr gesundheitsfördernde (salutogene) Möglichkeiten der Arzt-Patient-Beziehung verloren. Demgegenüber kann eine salutogenetisch ausgerichtete Gesprächsführung Ressourcen für Prävention und Heilung chronischer Erkrankungen mobilisieren. Dazu werden gesundheitsfördernde Inhalte und Strukturen einer salutogenen Kommunikation beschrieben.

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Erfahrungen mit dem Autonomietraining nach Grossarth-Maticek

Als Allgemeinarzt mit psychosomatischem Schwerpunkt und als Ausbilder im Autonomietraining

Zusammenfassung: Das Autonomietraining nach Grossarth-Maticek gibt mit der sehr fokussierten Ausrichtung auf die Anregung der Selbstregulation des Menschen nicht nur sehr hilfreiche Elemente für eine lösungsorientierte ärztliche Beratung in der Allgemeinarzt-Praxis, sondern auch eine Leitlinie für eine salutogene Gesprächsführung mit PatientInnen mit psychosomatischen und anderen chronischen Leiden.

Im Laufe von zwei Ausbildungsgruppen im Autonomietraining zeigte sich, dass die meisten therapeutisch bzw. beratend tätigen Menschen die wesentlichen Grundzüge des Autonomietrainings schnell und mit wachsender Begeisterung erlernen, weil sie schnell erfahren, wie auch ihr eigener selbstregulierender psychosomatischer Organismus durch einfachste Anregungen Probleme löst, die sie schon seit Jahren mit sich herum tragen.  

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Therapieblockaden - gibt's die?

 

Hinweise auf den Kontext der Krankheitsentstehung

Zusammenfassung: Therapieblockaden werden als Produkt von Interaktion zwischen PatientIn und TherapeutIn im soziokulturellen Kontext betrachtet. Dabei zeigt sich, daß diese Blockaden uns hilfreiche Hinweise auf therapeutische Interventionen geben, wenn wir nach ihrem Ursprung und ihrer Bedeutung fragen.

Schlüsselwörter: Kontext der Krankheitsentstehung, Kontextebene, Dissonanz zwischen Individuum und Kontext

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Heilungsphasen bestimmen den Verlauf von Heilungen

 

(Erschienen in Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 41, 10 (2000) S.662ff)

Zusammenfassung: Ein Verständnis der Heilphasen ergibt sich aus einer dynamischen Sichtweise der Selbst-Organisation des Menschen, wobei eine Heilung als das implizite Ziel (der 'Attraktor') organismischer Prozesse betrachtet wird. Bei einer solchen Betrachtungsweise erkennen wir zyklische Verläufe von Heilungen ('Heilphasen'), die bei unterschiedlichsten Erkrankungen sehr ähnlich sind. Wenn diese Heilphasen in ihrem Verlauf gestört werden, können daraus chronische Erkrankungen entstehen. Durch Behandlungsmethoden, die den Erfordernissen der Betroffenen in den jeweiligen Heilphasen entsprechen, können chronische Erkrankungen sowohl erfolgreich therapiert als auch ihr Entstehen verhindert werden.
Schlüsselwörter: Heilphasen, integrative Behandlungskonzepte, chronische Erkrankungen, Selbst-Organisation, evolutionäre Betrachtungsweise

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Viagra oder eine Not-wendende Kultur(r)evolution im Gesundheitswesen?

 

Erschienen in der Ärztezeitschrift für Naturheilverfahren 10/1998 S.706ff

Zusammenfassung: Ist der Behandlungswunsch der erektilen Impotenz mit Viagra eine Folge eines individualistisch leistungs- und konsumorientierten Männerbildes? Durch die Behandlung mit Viagra wird möglicherweise die Gefahr chronischer Ängste und Erkrankungen erhöht. Es gilt, das medizinische Denken von der illusionären käuflichen >Gesundheit< zu lösen und das statisch materialistische Menschenbild durch ein dynamisch-systemisches und entwicklungsorientiertes zu ersetzen. Ein ganzheitlich integratives Menschenbild wird thesenhaft vorgestellt und exemplarisch zur Lösung des >Impotenzproblems< herangezogen.
Schlüsselwörter: Viagra - käufliche Gesundheit - Männerbild - systemisch dynamisches Menschenbild - hierarchische Organisationsstruktur - neues Denken - Problemlösung - Vorbeugen und heilen.

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"Medizin und Gewissen - wenn Würde ein Wert würde"

 

Gedanken auf dem internationalen Kongreß der IPPNW in Erlangen

Auf diesem größten internationalen Kongreß zur Medizin-Ethik, den die deutsche Sektion der IPPNW (Internationale Ärzte für die Verhütung des Atomkrieges, Ärzte in sozialer Verantwortung e.V.) unter der Schirmherrschaft der Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes Prof. Dr. Jutta Limbach im Mai dieses Jahres veranstaltete, war die Vielfalt der Veranstaltung ebenso beeindruckend wie die Offenheit der Atmosphäre. Es ging um die Themenbereiche "Menschenrechte - Technologiefolgen - Gesundheitspolitik".
Das gesamte Angebot an Vorträgen und Diskussionen war vielfältig und groß. In dem kleinen Ausschnitt, den ich miterleben konnte, ging es im Grunde um die praktische Auslegung von drei großen ethischen Grundsätzen der Medizin bzw. Politik:
1. Gesundheit und Wohlergehen fördern ohne zu schädigen
2. Gesunde Entwicklung über materielle, wirtschaftliche Interessen stellen
3. Frieden schaffen und gestalten ohne Waffen und Unterdrückung

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Objektivität, Subjektivität und Arzt-Patienten-Beziehung

 

Von Theodor Dierk Petzold
Erschienen in der "Erfahrungsheilkunde 2/2001 S.71ff

 

Zusammenfassung
Der Begriff "Objektivität" hat zwei Bedeutungsanteile: 1. Soll er einen besonderen Wahrheitsgehalt und eine Allgemeingültigkeit ausdrücken und 2. Setzt er eine bestimmte Beziehung zwischen dem Erkennenden und dem "objektiv" Erkannten voraus. Eine solche Subjekt-Objekt-Beziehung ist durch Objektivität gekennzeichnet und mit den klassischen naturwissenschaftlichen Methoden, die ein Objekt isolieren, analysieren, messen usw. verknüpft.
Da erkanntermaßen "Objektivität" ein kulturell subjektives Konzept von Wahrheit ist, wird für diesen Wahrheitsaspekt ein neuer Begriff vorgeschlagen, der ausdrückt, daß eine Erkenntnis von einem allgemeinen Subjekt, von einer Meta-Ebene aus in einer Meta-Betrachtungsweise erlangt wird: Metativität.
Für die Arzt-Patienten-Beziehung wird ein kreativer Subjekt-Subjekt-Dialog beschrieben, der auf der Anerkennung des inneren Wertes unserer PatientInnen aufbaut und zur Aktivierung der Selbstheilungskräfte und einer gesunden Entwicklung beiträgt. In einen solchen heilsamen Dialog können objektive Detailkenntnisse sinnvoll integriert werden.

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